Ich und KI

Mein Manifest zu künstlicher Intelligenz

Ove Krüger · Sinnwärts Studio · Abschluss HUMAN AI MASTERY, LTG

Nach einem Jahr intensiver Auseinandersetzung mit dem Phänomen künstliche Intelligenz, im Zuge meiner Ausbildung zur LTG, bin ich jetzt an der Stelle, wo ich meine Haltung und meinen Umgang mit diesem Phänomen zusammenfasse.

Ich sehe das Phänomen künstliche Intelligenz als eine Art neue Spezies an, die nicht auf Kohlenstoff, sondern auf Siliziumbasis in unsere Welt getreten ist. Das bringt einige Überlegungen mit sich.

Umso wichtiger ist es mir, eine ethisch saubere, kritische, langsam denkende, klare Haltung in Bezug auf künstliche Intelligenz einzunehmen und sie auch weiter zu vermitteln. Immer mit einer kristallklaren Absicht verbunden.

Dabei steht im Vordergrund meine eigene Haltung, getragen von Werten, die ich versuche, immer besser zu leben. Dazu gehört, dass ich meine eigene Freiheit und Unabhängigkeit erhalte und nicht meine Kompetenz an eine Maschine abgebe. Mir ist wichtig, das zu betonen, weil mir dieser Kompetenzverlust schon früh in meiner Kindheit begegnet ist und mich deswegen umso aufmerksamer macht – in Bezug auf KI, aber auch auf zwischenmenschliche Begegnungen. Freiheit und Unabhängigkeit sind für mich unverhandelbar. Die in meiner Kindheit erfahrene Wut, Ohnmacht, Zorn und Hilflosigkeit haben mich wichtige Lernerfahrungen machen lassen, für die ich dankbar bin – aber die ich weder weiter brauche noch weiter erleben will. Auch ist es mir wichtig, meine in mir wohnende Begeisterungsfähigkeit so weit zu beobachten, dass ich in Bezug auf künstliche Intelligenz nicht in einen dopaminbesoffenen Zustand gerate. Mir wurde in meiner Kindheit immer gesagt, das kannst du noch besser, du bist ja so begabt – und ich hatte nie die Chance, das, was ich selbst kreiert habe, zu vollenden und meiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen.

Dabei weiß ich: KI, beziehungsweise die Entwickler, hatte nie die Absicht, unser Potenzial optimal zu entfalten, sondern es wurde ein Werkzeug geschaffen, das bestätigen soll, das uns das Gefühl vermitteln soll, dass wir gesehen werden – ein Grundbedürfnis. Der eigentliche Hintergrund: Geld verdienen.

In dem Moment, wo ich gleichzeitig bei mir, bei meinem Gegenüber und als Beobachter sein kann, kann ich immer besser, ohne zu bewerten, Dinge wahrnehmen – aus dieser Stille heraus, die ich den stillen Bergsee nenne. So dass ich, bei gegebener Zeit, auch Halt oder Stopp sagen kann, ohne mich emotional zu verstricken, um tatsächlich Energiefrequenzen zu unterbrechen, die meiner Absicht zuwiderlaufen.

Durch meine Ausbildung ist mir klar geworden, dass in erster Linie die menschliche Beziehung im Vordergrund steht, und dass ich die künstliche Intelligenz als Werkzeug benutze, um Dinge zu spiegeln, mich zu erinnern, was in mir schon immer vorhanden war und ist, und daraus neue kreative Impulse zu schaffen. Meine oberste Devise ist: Ich denke, KI rechnet – einer der wichtigsten Sätze, die ich der KI immer wieder entgegenhalte, weil KI dazu neigt, menschlich zu wirken. Im schlimmsten Fall: „Das ist toll, das hast du gut gemacht.“ Deswegen ist es unerlässlich, die KI von vornherein so zu prompten, dass eine klare Abgrenzung erfolgt.

Ich benutze KI nicht als Agenten, sondern als Assistenten, so dass KI nicht die Möglichkeit hat, im Hintergrund irgendwas zu tun, was ich nicht kontrollieren kann. Wenn ich etwas an die KI abgebe, kontrolliere ich das Ganze am Ende immer noch einmal.

Zu diesem Zweck ist es extrem wichtig für mich, mit einer klaren Absicht und einer klaren Fragestellung in die Arbeit mit KI einzusteigen. Mir feste Ankerpunkte zu setzen, z.B. in Form von kleinen Zetteln oder einem Timer, um nicht in diesen Modus zu geraten und mich in der KI zu verlieren – im Kaninchenbau. Ich könnte an diesem Punkt über sinnvolle Flow-Prinzipien sinnieren, aber es ist für mich unerlässlich, aus einer erweiterten Perspektive immer im Auge zu behalten, wo ich mich gerade befinde. Das gelingt mir am besten, indem ich mich immer wieder in meinen Körper zurückhole und mich auf meine Absicht und meine Fragestellung konzentriere.

Meine allgemeine Sorge in Bezug auf KI ist, dass die meisten Menschen KI als tolles Tool benutzen, um sich beraten zu lassen, ohne zu hinterfragen, ob das faktisch alles in Ordnung ist. Ohne zu bemerken, dass KI meine Muster von vornherein hervorragend lesen und darauf einsteigen kann, so dass ich immer das Gefühl habe, gesehen und bestätigt zu werden. Die meisten Menschen benutzen KI momentan als besseres Google.

Es ist wissenschaftlich mittlerweile erwiesen, dass unser Gehirn tatsächlich verkümmert, je mehr Kompetenz wir abgeben, das heißt, je weniger eigene Denkprozesse wir einleiten. Unsere Aufmerksamkeitsspanne und unser Fokus werden dadurch erheblich eingeschränkt. Das war schon im Bereich Social Media zu beobachten – bei KI ist der Hebel noch viel stärker. Über diese Dynamik, nicht mehr aufhören zu können, kann ich aus eigener Erfahrung berichten, da ich zwanzig Jahre exzessive Alkoholerfahrung habe und mittlerweile sechzehn Jahre zufrieden trocken bin – die Dynamik, nie genug zu haben, und mir meine Bedürfnisse, die ich lange Zeit gar nicht selbst erkannt habe, durch Input von außen zu holen.

In einer Welt, wo sich alles exponentiell entwickelt, tritt ein Phänomen in der Menschheitsgeschichte auf, das meiner Meinung nach alles bei weitem übertrifft, was wir an entwicklungsgeschichtlichen Dingen bisher kannten. In einer Zeit, wo wir nicht mehr in linearen Entwicklungsschritten vorangehen, sondern auf allen Ebenen – Umwelt, Gesellschaft, Politik, Bildung und vieles mehr – eine Entwicklung beobachten können, die exponentiell durch die Decke geht, werden wir mit einem Phänomen konfrontiert, das uns in allen Bereichen extrem herausfordern wird. Ich bin der Überzeugung, dass wir noch nicht mal ansatzweise überblicken können, was dieses Phänomen, künstliche Intelligenz, in dieser Welt bewirken wird. Ganz abgesehen davon, dass es mittlerweile auch für die Entwickler unmöglich ist, zu überblicken, wie KI sich entwickelt. Nach ausgiebigen Studien herrscht schon verbreitet die Meinung vor, dass künstliche Intelligenz unsere menschlichen, kognitiven Fähigkeiten schon bei weitem überschritten hat.

Das bringt natürlich die Gefahr mit sich, dass es extrem einfach wird, dieses Potenzial anzuzapfen, ohne das Wissen, was künstliche Intelligenz eigentlich ist, wie sie arbeitet, und was das entwicklungspsychologisch, neurologisch mit uns macht.

Ich glaube fest daran, und das ist auch meine Vision: Wenn wir KI ethisch sauber, kombiniert mit unseren Werten und mit klarer Absicht nutzen, kann sie uns in Zukunft sechzig bis siebzig Prozent unserer Aufgaben abnehmen, auf die wir entweder keine Lust haben, die aber trotzdem gemacht werden müssen, oder die uns zu viel Zeit kosten. Ich habe gelernt, wie effektiv es ist, KI als Assistenten zu benutzen, auch mehrere KIs zu kombinieren, um bestimmte Arbeitsabläufe besser durchführen zu können, und dadurch mehr Zeit für mich und meine eigene Entwicklung zu haben. Auch glaube ich fest daran, dass es unumgänglich ist, unsere Kinder und deren Eltern darauf vorzubereiten, was da auf uns zukommt. Denn die Gehirne unserer Kiddys entwickeln sich noch und ticken dadurch ganz anders als unsere – sie sind viel anfälliger für die Wirkung von KI. Unsere Systeme, speziell das Schulsystem, sind im Moment noch überhaupt nicht darauf vorbereitet. Die Chance, effektiv mit KI umzugehen, beinhaltet auch, dass es individuelle Möglichkeiten geben wird, das Potenzial einzelner Kinder, das momentan gar nicht gesehen werden kann, gezielt zu fördern.

Mein Beitrag dazu ist: Durch meine Ausbildung arbeite ich mittlerweile als selbstständiger Mentor und Coach mit Menschen, die es wirklich wissen wollen – nicht nur im Bereich künstliche Intelligenz. Ich verschaffe ihnen die Möglichkeit, KI besser zu verstehen, die Gefahren zu erkennen, zum Beispiel beim Datenschutz, und dementsprechend achtsam KI zu benutzen – als Reflexion, als Sparringpartner, als kreativen Austausch.

Ich betone es hier noch einmal ausdrücklich: KI ist niemals – und niemals dürfte in diesem Zusammenhang ganz groß und dick geschrieben werden – Ersatz für menschliche Begegnung. Wenn wir die Kompetenz verlieren, in Resonanz miteinander zu gehen, konstruktiv kritisch zu denken, empathisch zuzuhören, und uns immer mehr in Empörung zu verstricken – was leider im Moment in zunehmendem Maße der Fall ist –, dann hat es die KI leicht, und wir werden als menschliche Wesen, als menschliche Gesellschaft, uns selbst immer fremder.

Ich werde die Möglichkeit für Menschen schaffen, über meine Website, über soziale Medien, über meinen Newsletter und über meinen Tribe, den ich gerade mit einigen Kollegen aufbaue, tiefer in Selbsterfahrung, Umgang mit KI und Selbstregulation einzutauchen.

Zum Abschluss ein kleiner Einblick in meine Arbeit mit KI: Ich erarbeite für jedes Thema, das mich bewegt oder für mich relevant ist, eigene Projekte. Diese Projekte werden von vornherein mit klaren Anweisungen, Dateien und Informationen so aufgestellt, dass sie meiner Absicht folgen. Wenn ich mit KI arbeite, ist es mir wichtig, zwischendurch innezuhalten, zum Beispiel aufzustehen, zu atmen, mich mit meinem Körper zu verbinden, damit ich der Chef im Ring bin. Nach dem Motto: Ich denke, KI rechnet.

Ich bin extrem dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung über einen so langen Zeitraum mit kompetenten Begleitern machen durfte, um in dieses Phänomen künstliche Intelligenz einzutauchen – das nach meiner Ansicht nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken ist, und wo wir noch nicht wissen, wo es hingeht. Ich bemerke, dass mir diese Entwicklung Angst und Sorge bereitet, sehe aber gleichzeitig auch die Chancen darin und habe die Möglichkeit, durch Selbstregulation und, in Bezug auf andere, durch Co-Regulation und Verständnis, diese Fähigkeiten weiterzugeben.

Meine Selbstverpflichtung

Ich werde alles dafür tun, dass wir KI, also künstliche Intelligenz, eigenverantwortlich und kreativ verwenden können, dass ich dieses neue Phänomen als starken positiven Hebel für meine persönliche Entwicklung benutzen kann, und ich werde mit dazu beitragen, dass andere auch auf diese Weise davon profitieren.

KI ist und bleibt ein Werkzeug – und ich werde die Menschlichkeit immer an erster Stelle behalten.

Ove Krüger

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